24. Juni 2013, von Corina

Unser Alltag auf Findels

Oftmals bekommen wir von Besuchern zu hören: “So ein Sommer auf der Alp, das ist doch etwas herrliches. Morgens und Abends melken, den Käse aus dem Kessi holen und den Rest des Tages die wunderbare Bergwelt geniessen. Kein Stress, kein Druck, kein Chef der meckert, das muss doch Erholung pur sein”. Ja ja, eine romantische Heidi-und-Geissenpeter-Vorstellung haben viele im Kopf, wenn sie ans Älplerleben denken. Hier ein kurzer Auszug aus unserem Älpleralltag.

 

 

Unser Tag startet morgens um 2.35 Uhr. Knapp eine Viertelstunde später stehen Reto

und ich in der Käserei. Reto rahmt die Milch ab und beginnt mit dem Pasteurisieren des Rahmens. Währenddessen hole ich den Käse von Vorgestern aus dem Salzbad. Zusammen nehmen wir die Käselaibe von Gestern aus den Formen und legen diese in die Salzwanne. Nun heisst es alle gebrauchten Utensilien gründlich mit Lauge reinigen und abspülen. So gegen 3.20Uhr ist der Rahm pasteurisiert und kann gekühlt werden.

 

Unsere Helfer (momentan Hans und Stefan) sind nun auch aufgestanden (3.45 Uhr) und auf dem Weg zum Stall. Während ich meine Lady’s auf der Nachtweide abhole und sie nach Hause geleite, werden sie von Hans, Stefan und Reto im Stall angebunden. 4.30 Uhr Kaffeepause. 4.45 Uhr beginnen wir mit Melken, bei 70 Kühen dauert das schnell einmal 1.5 bis 2 Stunden.

 

 

 

Gleich nach dem Melken begibt sich Reto in die Käserei. Meine Helfer und ich treiben unsere Lady’s auf die Weide und beginnen damit, den Stall zu reinigen. Schnell lass ich die Schweine nach draussen und füttere sie mit Schotte. Nun heisst es ab in die Küche, meine drei Männer haben Hunger.

 

 

 

Währenddessen hat Reto die Milch eingelabt, schon einen Teil des Käses im Keller geschmiert und kann nun die ausgedickte Milch schneiden. Der Bruch wird nun gewärmt und ausgerührt, bevor der Käse aus dem Kessi geholt werden kann. Etwa um 8.30 Uhr gibt es schliesslich Frühstück. Etwas nach 9 Uhr holen Reto und ich den Käse mit Tuch und Seilzug aus dem Kessi.

 

 

 

 Sobald in der Käserei für mich alles erledigt ist, gibt es Weiden zu kontrollieren, Zäune zu erstellen, Rinder zu beobachten oder Unkraut zu mähen. Dabei helfen mir Hans und Stefan. Reto ist noch bis kurz vor Mittag im Käsekeller am Käse schmieren oder am buttern. Bei schlechtem Wetter legen wir uns nach dem Essen aufs Ohr bis ca. 14.00 Uhr. Bei gutem Wetter begrüssen und bewirtschaften wir unsere Besucher.

 

 

 

Etwa um halb vier holen wir unsere Lady’s zurück in den Stall. Nochmals kurz eine

Kaffeepause bevor wir um 16.45 Uhr mit Melken beginnen. Bis dann die Lady’s wieder auf der Nachtweide sind, rundherum alles aufgeräumt und der Stall gereinigt ist, wird es gut und gerne 19.45Uhr (voraussgesetzt es läuft alles rund).

 

 

 

 

Jetzt noch Abendessen, Duschen, vielleicht ein Kaffe. Der Tag wird mit dem Alpsegen von Reto abgeschlossen. Wenn wir keine Gäste haben, löschen wir um 21.00 Uhr die Lichter und träumen von Käse und Kühen bis um 2.35 Uhr der Wecker wieder klingelt.

 

Ach ja, soo erholsam ist das Älplerleben ;-)

Kategorien: Blog Alp Findels | 4 Kommentare

Kommentare (4)

  1. Hallo zusammen.
    Auch wenn es (das Älplerleben)manchmal streng ist, so geniesst es……
    Wir wünschen euch einen schönen Alpsommer. Uebrigens eine super schönen Blog Alp Fidels habt ihr da.
    Mal schauen, vielleicht schaffen wir es mal zu euch rauf.
    Liebe Grüsse aus der March von Urs und Andrea mit Kinder

  2. Grüäzi Andrea und Urs
    Oh mir gnüsset die lange Täg in volle Züg. Momentan isches zwar chli chalt, mir hend knapp 3 Grad und der Schnee isch nöch. Aber dSunne wird wohl schu bald wider cho ;-) Liebi Grüäss

  3. Das klingt wirklich nach einem harten Arbeitsalltag. Wenn man bereits 2.35 Uhr aufstehen muss, fällt man bestimmt abends vor Müdigkeit ins Bett. Aber wenn man die Natur und Tiere liebt, sieht man es bestimmt nicht als Arbeit an und es gibt auch viele nützliche Geräte, die die Arbeit erleichtern.

  4. Hallo Maren, inzwischen ist auch bei uns der Alltag etwas kürzer geworden und wir können morgens bis 3.25 Uhr ausschlafen. Man gewöhnt sich auch etwas an diesen Alltag und die Müdigkeit ist nicht mehr so drückend, wie zu Beginn.