19. August 2013, von Edith

” Hund Jessy – vermisst !!!”

Wie nahe Glück und Unglück beieinander liegen, spürten wir die letzte ganze Woche.

 

Für mich hat der ” Schul-Rythmus ” wieder begonnen, da die Ferien der Kinder zu Ende sind. Das heisst Montag bis Freitagmittag zu Hause im Tal, Freitagabend bis Sonntagabend auf der Alp.

Kaum war ich also unten im Tal, freute mich noch über die Rettung von Rind Sonne, erreichte mich schon die schlechte Nachricht, dass es für eines unserer jüngsten Rinder nicht so glimpflich abgelaufen ist.

Wieder die Rega, dieses Mal leider tot. Ertrunken im Brunnentrog im Obersäss. Man glaubt das kaum, aber wenn es ein wenig ein Gedränge rund um den Brunnen gibt, oder ein Stubs eines anderen Rindes,  genügt das schon, um das kleinste in den Trog zu stossen. Fällt es dann noch so unglücklich auf den Rücken hat das Tier keine Chance sich zu drehen und  ertrinkt. Pures Unglück und traurige Bilder, die ich Euch nicht zumuten möchte.

 

Wenige Tage später hat mir mein

Mann am Telefon mitgeteilt,

Hund Jessy

dass unser Hund Jessy spurlos verschwunden sei. Die Stimmung auf der Alp sei gedrückt und als ich es meinen Kindern zu Hause erzählte, schien die Welt aus den Fugen zu geraten.

 

Zusammen mit Sonja ist sie auf dem Obersäss mit auf den Kontrollgang. Unten im Tal übte das Militär mit Sprengsätzen oder Schiessübungen und der Wiederhall in den Bergen war enorm. Das feine Gehör der Hunde erhöht jeden Knall um ein Vielfaches.

Jessy’s schlimmste Tage sind der Silvester, der 1. August und wenn es blitzt und donnert.  So rannte sie von Sonja weg und verkroch sich irgendwo. Alle Rufe und auch die Suche blieb erfolglos, Jessy war nicht mehr da. Vermutlich zurück nach unten zum Stall, aber auch dort konnten  Sonja und Patrick sie nicht finden. Am darauf folgenden Tag war es ruhig und alle dachten, dass sie nun zurück kommt, was sie aber nicht tat. Sollte sie in ihrer Angst in einen Dachsbau gekrochen sein, kehrt sie nicht mehr zurück, Dachse töten Eindringlinge.

 

Erste Gedanken um einen Ersatz kamen auf, als ich als letzte Hilfe  meinem Mann die Telefonnummer eines in unserer Umgebung bestens bekannten Mannes gab, der einfach etwas mehr als andere kann.

Man kann sowas glauben oder nicht, das Gesicht verziehen oder denken die spinnen doch— Jessy gehört zu unserer Familie und wir wollten sie einfach nicht so schnell aufgeben.

Obersäss

Jener Mann konnte uns sagen, dass sie lebt, aber eingeschlossen ist, sehr wahrscheinlich in der Nähe der Rinder. Sofort ging’s wieder nach oben in’s Obersäss und dort in der Hütte in den abgeschlossenen hinteren Teil, den alten Käsekeller.

Dort war Jessy durch ein oberes, ganz kleines Fenster geschloffen und empfing Sonja lebhaft.

 

Es ist nicht mehr festzustellen, bei wem die Freude und Erleichterung grösser war, bei Jessy oder bei uns allen.

So nahe kann auch das Glück sein !

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